Philosophie des Masterplans

Nach der Schliessung von ILFORD Imaging Switzerland im Dezember 2013 haben die Besitzer des Standorts, die vergebens versucht hatten, die Tätigkeiten des Unternehmens mit neuen Industrieinvestoren anzukurbeln, realisiert, dass die Industriezone von Marly, statt brach zu liegen, die Tür zu einer leidenschaftlichen Erfahrung öffnete.

Mit der Perspektive eines neuen, im östlichen Teil geplanten Wohnquartiers kann die Industriezone ein Ort der Arbeit und der täglichen Aktivität mit unmittelbarem Kontakt zu den künftigen Bewohnern und dem Rest der Gemeinde werden.

Das damalige Team hat entschieden, sich der Betreuung bestehender und neuer Firmen zu widmen, welche den Standort mit ihren unterschiedlichen, produktiven Tätigkeiten zum Aufblühen bringen werden. So ist das Marly Innovation Center entstanden.

Warum ein Masterplan?

Der von der Geschäftsführung des Marly Innovation Center erstellte Masterplan entspricht in der Raumplanung einem Quartierplan.

Als alleiniger Besitzer des gesamten Geländes erfreut sich die Firma einer grossen Freiheit, hat sich aber entschieden, mit der Ausarbeitung eines Masterplans zu beginnen, um einerseits eine konsistente Entwicklung der Zone sicherzustellen und andererseits eine echte Symbiose zwischen Wohnort und Arbeitsplatz entstehen zu lassen. Die Stadtplaner des 20. Jahrhunderts zielten häufig auf diese Symbiose ab. Sie konnte aber selten konkretisiert werden, weil die Entwicklung in zu schnellen Phasen ablief. Der Masterplan des MIC wurde von der Firma Destal Ingenieria mit Sitz in Barcelona und Shanghai erstellt und vom Stadtplaner Bernard Vichet geleitet. Er ist Kenner der Freiburger Kultur und Umgebung und hat selbst Jahre lang in der Region gewohnt und gearbeitet.

Wohngebiet

Parallel zum Masterplan ist eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marly in Gang, um die zukünftige Wohnzone zu skizzieren, welche im östlichen Teil des Geländes entstehen soll. Die Arbeit geht gut voran, und das Resultat wird Anfang 2015 publiziert werden. Diese Wohnzone, welche von der Gemeinde noch im Nutzungsplan festzusetzen ist, muss ganz besondere Kriterien betreffend der Integration des Freizeitparks respektieren, um in Zukunft einen harmonischen Lebensraum zwischen Wohnen und Berufstätigkeit zu bieten.

Kunst und Kultur

Zusätzlich zu den aktuellen Umsetzungen und der Verwirklichung einer Symbiose zwischen Wohnen und Arbeit, haben die Initiatoren des Marly Innovation Center den Wunsch geäussert, ihre Tore für künstlerische und kulturelle Tätigkeiten zu öffnen. Heute schon arbeiten Künstler mitten unter den ansässigen Firmen, aber hauptsächlich bestehen konkrete Projekte zur Eingliederung von künstlerischen Aktivitäten auf dem Gelände.

Ausserdem wurde ein Verein gegründet (Verein Cibachrome), um das Gedenken an die Stätte zu pflegen und eine Sammlung von Gegenständen und Dokumenten der Sparte Photographie, welche im Laufe der Zeit von Personalvereinigungen der Ilford-Firmen angehäuft worden sind, zusammenzustellen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marly wird der Verein ebenfalls zum Kulturangebot beitragen und sich mit der zukünftigen Schaffung eines Museums beschäftigen.

Das «Business Center»

Zusätzlich zu den permanent anwesenden Firmen wird das MIC ausserdem den FlexOffice betreiben, das heisst eine Empfangsstruktur für Unternehmer, welche

Transport

Zurzeit kommt man vorwiegend mit dem Privatwagen in die Industriezone des Marly Innovation Center, wo viele Parkplätze zur Verfügung stehen. Die nächste Bushaltestelle ist «La Jonction», einige Gehminuten vom Eingang der Industriezone entfernt. Allerdings hat die Geschäftsführung Gespräche für einen verbesserten Anschluss an das Verkehrsnetz mit den Behörden der Gemeinde Marly und der Umgebung aufgenommen. Letztlich werden die neuen Arbeitsplätze mit einem Mobilitätsplan verbunden sein, der auf nachhaltige Entwicklung bedacht ist. 

 

Die elf Sektoren des MIC

Die grossflächige Industriezone erstreckt sich entlang der Ärgera und bildet eine einzigartige Gelegenheit, verschiedenste, unter einander ergänzende Aktivitäten an einem Ort zu vereinigen. Das Gebiet wurde in elf individuelle Sektoren unterteilt :

 

Zone A – Handwerk

Die KMU der Bauindustrie kommen häufig zu kurz und die kleinen Handwerker haben Mühe, auf sie zugeschnittene Räumlichkeiten zu finden. Das MIC will ihnen den Platz geben, den sie verdienen. Die Unternehmen werden sich nebeneinander niederlassen können und über Werkstätten, Büros und wenn nötig Schaufenster verfügen.

Zone B – Industrie und Lager

Noch unbenutzte Flächen werden die Niederlassung von grossen Industrieprojekten ermöglichen, welche die Region braucht. Firmen mit Aktivitäten, welche nicht nur Mehrwert schaffen, sondern auch auf nachhaltige Entwicklung bedacht sind, werden bevorzugt.

Zone C – Service und Dienstleistungen

Entlang der Ärgera werden sich Betriebe einrichten, welche grosse Büros mit angenehmer Stimmung in einer hübschen Grünanlage benötigen.

Zone D – Forschungslabors und Büros

Getreu der von Ciba und Ilford geerbten Tradition des Standorts, will das MIC Forscher und Chemiker, die zum früheren Erfolg beigetragen haben, willkommen heissen.

Zone E – Empfang, Unterhalt und Parking

Das Innere des MIC-Geländes soll ein Ort der Gastlichkeit sein. Privatfahrzeuge bleiben bei der Einfahrt, und der Anschluss ans öffentliche Verkehrsnetz soll verbessert werden.

Zone F – High-Tech-Zone, Kommunikationstowers

Der futuristische Look dieser Zone soll den Willen des MIC und der Freiburger Wirtschaft, in die Zukunft zu blicken, veranschaulichen. Die Türme haben eine leichte Struktur, welche sich zum Beispiel zum Lagern von Archiven eignen können

Zone G – Logistikzentrum, e-commerce, automatische Palettisierung

Die bestehenden Anlagen sollen weiter benutzt werden, hauptsächlich die grossflächigen Lagereinrichtungen aus der Ilford-Aktivität. Anspruchsvolle Unternehmen haben bereits in diese Anlagen investiert.

Zone H – Gesundheitssektor

Die idyllische Lage am Eingang des Geländes eignet sich für Tätigkeiten im Gesundheitsbereich, die eine ruhige, einfach zu erreichende Umgebung am Stadtrand suchen.

Zone I – Öffentliche Ämter, Werkstätten, Unterhaltungsorte, Museum, Gedenkstätten

Hier wird es die Verbindung mit der Wohnzone, welche im Osten des MIC entstehen soll, geben. Belebte Orte mit Verpflegungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten werden Betriebsamkeit nach der Arbeitszeit sicherstellen. Kunst und Kultur sind ein wichtiger Bestandteil der Vision des MIC.

Zone J – Mechanikerwerkstätten, Blechschmiede, Schlosserei, Stromversorgung

Die hochwertigen Einrichtungen aus früherer Zeit sind für alle Firmen auf dem Gelände nützlich.

Zone K – Freizeitzentrum drinnen und draussen

Weiter unten am Lauf der Ärgera werden alle Leute an einem Ort der Entspannung mitten im Grünen verweilen können.